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​Nachhall: Klezmer – uraufgeführt!


(Foto: Thomas Dashuber)


Eine Uraufführung ist per se eine aufregende Sache, auch immer mit einem Risiko verbunden. Am Anfang war da eine Vision: Den Urahn des heute als Klezmer bekannten Musikstils – also die ursprüngliche, virtuose, authentische Hochzeitsmusik des osteuropäischen Schtetls – wieder auferstehen zu lassen sowie zeitgenössischen Klezmer für Orchester zu schaffen. Um es mit den Worten des Komponisten zu sagen:

„Die Quadratur des Kreises, an der sich die Komposition Nigunim für Orchester orientiert, besteht darin, kompositorische Reflexion und Tanzbein zu vereinen, autonome Konzertmusik über rituelle Gebrauchsmusik zu schreiben, interpretatorische Komplexität doch zu notieren. Mit anderen Worten: die produktive Unmöglichkeit besteht darin, in einem zeitgenössischen Orchesterwerk des 21. Jahrhunderts eine verschollene rituelle Musik erfahrbar zu machen, die seinerzeit als Musik zu ‚funktionieren‘ hatte, zum Weinen, Lachen, Tanzen, Essen und Prozessieren anregen sollte (man kann auf einer Hochzeit nicht durchgehend experimentelles Geschabe und Gekratze anbieten, wenn man davon lebt, wieder engagiert zu werden), diese Musik erlebbar zu machen und wiederzubeleben, und mit einer zeitgemäßen musikalischen Reflexion zu verbinden.“

Auf die Vision folgte ein ganz realer Kompositionsauftrag, die lange Phase der Entstehung und schließlich flatterten fristgerecht die virtuellen Notenblätter ins E-Mail-Postfach. Und spätestens da stieg die Spannung, wurde im Probenprozess bisweilen zur Anspannung. Endlich, der Tag der Uraufführung – um zwei Fragen kreisen die Gedanken: Wird die Realität der Vision standhalten? Wie wird das Publikum reagieren?

(Foto: Thomas Dashuber)


Wie schön, dass im Falle unserer Uraufführung am vergangenen Dienstag in der gut gefüllten Münchner Muffathalle nicht wir vom OJM diese Fragen beantworten müssen, sondern dass dies die Kritik so ausführlich und fundiert erledigt hat –

Zum Nachhören: zwei Mal der Rezensent Jörn Florian Fuchs, einmal auf  SWR2 „Cluster“ vom 24.5. (mit Musikbeispiel)  und noch einmal auf Deutschlandfunk Kultur „Fazit“ vom 23.5. (ab 26:28)

Zum Nachlesen:  Süddeutsche Zeitung


Vielen Dank allen Beteiligten auf und hinter der Bühne und vor allem auch unserem begeisterungsfähigen und aufgeschlossenen Publikum – ihr seid toll! 

Übrigens sind in der nächsten Saison noch mehr Aufführungen von Nigunim für Orchester geplant und zudem ist das Werk Dank eurer Unterstützung auch bald auf CD erhältlich (voraussichtlich ab Herbst/Winter 2017) – stay tuned!


(Foto: Thomas Dashuber)

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