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Juli 2018
Kammer 2, Münchner Kammerspiele

Ein Dokumentarkonzert
mit Szenen aus F.W. Murnaus Stummfilm Faust

Besetzung

Orchester Jakobsplatz München
Daniel Grossmann, Dirigent

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Werner Richard Heymann

Werner Richard Heymann (* 14. Februar 1896 in Königsberg; † 30. Mai 1961 in München) war ein deutscher Komponist und Dirigent. Er gilt als einer der bedeutendsten Musikschöpfer der Weimarer Republik.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Wien begann er als Komponist mit verschiedenen Berliner Kabaretts zusammenzuarbeiten, u. a. mit dem Kabarett „Schall und Rauch“, dessen Leiter seinerzeit Max Reinhardt war. Heymann übernahm die Leitung des Kabaretts. Mitte der 1920er Jahre trat er durch Vermittlung von Erich Pommer die Stellung eines Assistenten des Generalmusikdirektors der UFA an. Bereits kurze Zeit später, im Jahre 1926, stieg er selbst zum Generalmusikdirektor auf. Sein Zuständigkeitsbereich in dieser Position umfasste die Kompositionen und Arrangements von Stummfilmen. Die Ablösung des Stummfilms durch den Tonfilm kam Heymann in Anbetracht seines musikalischen Hintergrundes sehr entgegen und legte den Grundstein für seine späteren Werke, mit denen er sich Weltgeltung verschaffen sollte.

1933 wurde ihm wegen seiner jüdischen Abstammung von der UFA gekündigt. Er ging in die Emigration – zuerst nach Paris, dann versuchte er in Hollywood eine neue Heimat und Wirkungsstätte zu finden, was jedoch misslang. Er kehrte daher nach Paris zurück und ging später nach London. Ende der 30er Jahre begab er sich ein weiteres Mal in die USA. Diesmal gelang es ihm, dort Fuß zu fassen. In Hollywood komponierte er mit großem Erfolg zahlreiche Filmmusiken. wurde mehrmals für den Oscar nominiert.

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Friedrich Wilhelm Murnaus Faust – Eine deutsche Volkssage von 1926 ist einer der bekanntesten deutschen Stummfilme. Anders verhält es sich mit der dazugehörigen Uraufführungsmusik von Richard Werner Heymann, der eine große Nummer im Stummfilmbusiness war bis er 1933 aufgrund seiner jüdischen Abstammung von der UFA gekündigt wurde: Die Noten sind bis auf wenige Teile seit Jahrzehnten verschollen.

Das Dokumentarkonzert Flimmerkammer Spezial: Faust macht sich auf die Suche nach Heymanns Originalkompilation und ist doch kein bloßer archäologischer Rekonstruktionsversuch. Es geht nicht nur der Frage nach, wie Murnaus Faust bei der Uraufführung geklungen haben könnte, sondern auch, wie sich Musik auf die Wahrnehmung auswirkt. Wie unterschiedlich verarbeitet unser Gehirn die immer gleichen visuellen Informationen, wenn bei jedem Mal Sehen eine jeweils andere Musik zu hören ist? Wie unterschiedlich bewerten wir Visuelles, wenn sich die Tonspur ändert? Wie verführbar macht uns Musik? Es beginnt ein Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung, ein Experiment, das Augen und Ohren auf die Probe stellt.

Eine Koproduktion von OJM und den Münchner Kammerspielen.

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Friedrich Wilhelm Murnau

Friedrich Wilhelm Murnau, auch F. W. Murnau, (* 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld; † 11. März 1931 in Santa Barbara, Kalifornien) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Stummfilmära. Sein vom Expressionismus beeinflusstes Schaffen, seine psychologische Bildführung und die damals revolutionäre Kamera- und Montagearbeit Murnaus eröffneten dem jungen Medium Film neue Möglichkeiten.

Der Erfolg seiner Filme brachte Murnau einen Vertrag bei der Universum Film (UFA) ein. Für die UFA inszenierte er als erstes 1924 den Film Der letzte Mann, in dem Emil Jannings einen Hotelportier verkörpert, der zum Toilettenmann degradiert wird und daran zerbricht. Die in diesem Film von Murnau und dem Kameramann Karl Freund verwendete „entfesselte“ oder auch „fliegende“ Kamera befreite die Kamera von ihrer Statik und ermöglichte neue Perspektiven (um z. B. den Rauch einer Zigarette zu verfolgen, schnallte Freund die Kamera an eine Feuerwehrleiter und bewegte diese). Ferner führte Murnau in diesem Film die „subjektive Kamera“ ein, die das Geschehen mit den Augen einer handelnden Person wiedergibt. Murnaus Fähigkeit, mit rein filmischen Mitteln eine Geschichte zu erzählen, zeigt sich auch darin, dass er in diesem Film fast ganz auf Zwischentitel verzichten konnte, was für die Stummfilmzeit ungewöhnlich ist. Die Reihe seiner in Deutschland geschaffenen Filme schloss Murnau 1926 mit Tartüff nach Molière und Faust – eine deutsche Volkssage ab.

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Friedrich Wilhelm Murnaus Faust – Eine deutsche Volkssage von 1926 ist einer der bekanntesten deutschen Stummfilme. Anders verhält es sich mit der dazugehörigen Uraufführungsmusik von Richard Werner Heymann, der eine große Nummer im Stummfilmbusiness war bis er 1933 aufgrund seiner jüdischen Abstammung von der UFA gekündigt wurde: Die Noten sind bis auf wenige Teile seit Jahrzehnten verschollen.

Das Dokumentarkonzert Flimmerkammer Spezial: Faust macht sich auf die Suche nach Heymanns Originalkompilation und ist doch kein bloßer archäologischer Rekonstruktionsversuch. Es geht nicht nur der Frage nach, wie Murnaus Faust bei der Uraufführung geklungen haben könnte, sondern auch, wie sich Musik auf die Wahrnehmung auswirkt. Wie unterschiedlich verarbeitet unser Gehirn die immer gleichen visuellen Informationen, wenn bei jedem Mal Sehen eine jeweils andere Musik zu hören ist? Wie unterschiedlich bewerten wir Visuelles, wenn sich die Tonspur ändert? Wie verführbar macht uns Musik? Es beginnt ein Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung, ein Experiment, das Augen und Ohren auf die Probe stellt.

Eine Koproduktion von OJM und den Münchner Kammerspielen.

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Werner Richard Heymann

Werner Richard Heymann (* 14. Februar 1896 in Königsberg; † 30. Mai 1961 in München) war ein deutscher Komponist und Dirigent. Er gilt als einer der bedeutendsten Musikschöpfer der Weimarer Republik.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Wien begann er als Komponist mit verschiedenen Berliner Kabaretts zusammenzuarbeiten, u. a. mit dem Kabarett „Schall und Rauch“, dessen Leiter seinerzeit Max Reinhardt war. Heymann übernahm die Leitung des Kabaretts. Mitte der 1920er Jahre trat er durch Vermittlung von Erich Pommer die Stellung eines Assistenten des Generalmusikdirektors der UFA an. Bereits kurze Zeit später, im Jahre 1926, stieg er selbst zum Generalmusikdirektor auf. Sein Zuständigkeitsbereich in dieser Position umfasste die Kompositionen und Arrangements von Stummfilmen. Die Ablösung des Stummfilms durch den Tonfilm kam Heymann in Anbetracht seines musikalischen Hintergrundes sehr entgegen und legte den Grundstein für seine späteren Werke, mit denen er sich Weltgeltung verschaffen sollte.

1933 wurde ihm wegen seiner jüdischen Abstammung von der UFA gekündigt. Er ging in die Emigration – zuerst nach Paris, dann versuchte er in Hollywood eine neue Heimat und Wirkungsstätte zu finden, was jedoch misslang. Er kehrte daher nach Paris zurück und ging später nach London. Ende der 30er Jahre begab er sich ein weiteres Mal in die USA. Diesmal gelang es ihm, dort Fuß zu fassen. In Hollywood komponierte er mit großem Erfolg zahlreiche Filmmusiken. wurde mehrmals für den Oscar nominiert.

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Friedrich Wilhelm Murnau

Friedrich Wilhelm Murnau, auch F. W. Murnau, (* 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld; † 11. März 1931 in Santa Barbara, Kalifornien) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Stummfilmära. Sein vom Expressionismus beeinflusstes Schaffen, seine psychologische Bildführung und die damals revolutionäre Kamera- und Montagearbeit Murnaus eröffneten dem jungen Medium Film neue Möglichkeiten.

Der Erfolg seiner Filme brachte Murnau einen Vertrag bei der Universum Film (UFA) ein. Für die UFA inszenierte er als erstes 1924 den Film Der letzte Mann, in dem Emil Jannings einen Hotelportier verkörpert, der zum Toilettenmann degradiert wird und daran zerbricht. Die in diesem Film von Murnau und dem Kameramann Karl Freund verwendete „entfesselte“ oder auch „fliegende“ Kamera befreite die Kamera von ihrer Statik und ermöglichte neue Perspektiven (um z. B. den Rauch einer Zigarette zu verfolgen, schnallte Freund die Kamera an eine Feuerwehrleiter und bewegte diese). Ferner führte Murnau in diesem Film die „subjektive Kamera“ ein, die das Geschehen mit den Augen einer handelnden Person wiedergibt. Murnaus Fähigkeit, mit rein filmischen Mitteln eine Geschichte zu erzählen, zeigt sich auch darin, dass er in diesem Film fast ganz auf Zwischentitel verzichten konnte, was für die Stummfilmzeit ungewöhnlich ist. Die Reihe seiner in Deutschland geschaffenen Filme schloss Murnau 1926 mit Tartüff nach Molière und Faust – eine deutsche Volkssage ab.

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